Karim-Patrick Bannour, viermalvier.at: “Unternehmen generieren echten, messbaren und qualifizierbaren Mehrwert via Social Media”

In unserem neuesten eBook über Social Media Inhalte “Die Kunst der Social Media Content Kreation” haben wir Karim-Patrick Bannour, Geschäftsführer und Social Media Experte bei der Social Media Agentur viermalvier.at interviewt. Lies weiter und erfahre im vollständige Interview wie Karim Social Media Inhalte für seine Kunden effektiv einsetzt, was es bedeutet eine erfolgreiche Social Media Kampagne umzusetzen und wie du den Return on Investment deiner Aktivitäten messen kannst.

Hallo Karim, manche von unseren eBook Lesern kennen dich vielleicht noch nicht. Kannst du dich kurz vorstellen und etwas über dich, deine berufliche Erfahrung im Bereich Social Media und deine täglichen Herausforderungen als Geschäftsführer bei viermalvier.at erzählen?

Karim-Patrick Bannour: Ich heiße Karim-Patrick Bannour, komme aus Salzburg und bin Jahrgang 1977. Seit Mitte der 1980er Jahre beschäftige ich mich privat mit Computern (C64, Amiga, dann DOS und Windows), seit 1993 bin ich online. Nach etlichen Jahren in der IT- und dann in der Onlinemarketingbranche habe ich mich selbstständig gemacht und meine eigene Social Media Agentur 2009 gegründet. Parallel dazu habe ich gemeinsam mit zwei Kolleginnen das mittlerweile in der 4. Auflage erschienene Social Media Marketing Buch “Follow me!” (www.social-media-marketing-buch.com) geschrieben, und liebe es heute noch wie damals, online zu sein und die fast unbegrenzten Möglichkeiten zu nutzen, die das Internet für die Kommunikation und die Wissensvermittlung bietet.

Die tägliche Herausforderung ist es, die vielen neuen Trends, Tools und Möglichkeiten neben dem Tagesgeschäft auch mitzubekommen, sie auszuprobieren und zu evaluieren und für die Kunden oder Blogbeiträge entsprechend zu nutzen. Das ist im Social Media Bereich nicht gerade einfach, aber wenn man nach wie vor Spass daran hat, fällt es einem nicht so schwer.

Eine weitere Herausforderung ist es für unsere Kunden genauso wie für uns selbst, gute Geschichten mit dem optimalen Content vermittelbar zu machen. Die tägliche redaktionelle Arbeit fordert viel Energie und Kreativität, da kann jeder ein Lied davon singen, der dafür verantwortlich ist.

1. Social Media muss im Rahmen der Unternehmenskommunikation stattfinden. Wie kann sich Social Media Content in die Gesamtstrategie eingliedern? Wer sollte daran beteiligt und aktiv sein?

Karim-Patrick Bannour: Der Content muss der Zielerreichung dienen, die sich das gesamte Unternehmen bzw. einzelne Abteilungen gesetzt haben, einerseits wie Du schon sagst “der Gesamtstrategie untergeordnet und folgend” , andererseits aber auch auf das jeweilige konkrete Ziel heruntergebrochen. Social Media Kommunikation kann nicht in Silos oder Inseln gedacht und gemacht funktionieren, sondern idealerweise ist das gesamte Unternehmen involviert oder zumindest informiert und verfolgt gemeinsam die strategischen Ziele. Jeder kann und sollte was dazu beitragen oder es zumindest mittragen, auch die Geschäftsführung muss voll dahinterstehen und es mittragen. Die Story und der dazugehörige Content sollen aus den verschiedenen Unternehmensbereichen den Weg auf die dafür geeigneten Plattformen finden, dafür muss das entsprechende Bewusstsein bei allen Mitarbeitern vorhanden sein. Zentral koordinieren, Qualität und Tonalität sowie interne Guidelines sicherstellen, das kann und darf dann das Social Media Kernteam machen.

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2. In deinem Buch “Follow me” dreht sich alles um erfolgreiches Social Media Marketing. Was gehört für dich zu erfolgreichem Content in sozialen Netzwerken dazu? Was sollte man bei der Planung und Erstellung beachten?

Karim-Patrick Bannour: Erfolgreich ist Content dann, wenn er beim Publikum jene Aktion auslöst, die gewünscht und notwendig ist, um das konkret gesteckte Ziel zu erreichen. Der Content dient ja nur der Vermittlung einer Geschichte und dem damit verfolgten Ziel. Erfolgreicher Content bedient sich auch der für das jeweilige Publikum am besten geeigneten Technik (360-Grad-Foto, Livestream, GIFs, usw.) und verpackt die Story so, dass das Publikum Lust hat und somit auch Zeit nimmt, sich damit zu beschäftigen und den Content nachhaltig zu verarbeiten.

Deshalb ist eine entsprechend gute und weit voraus denkende Redaktionsplanung so wichtig, denn in vielen Fällen bedarf es eben entsprechend langfristiger Planung, die Miteinbeziehung unterschiedlicher Akteure und Contentlieferanten, die rechtzeitige Auseinandersetzung mit neuen oder komplexeren Contentformaten usw.

Neue Technologien oder Contentformate sollten schnell ausprobiert und auf die Nutzungsmöglichkeiten in eigenen Einsatzgebieten evaluiert werden, aber genauso wichtig es auch mal einfach feststellen und sagen zu können: “Das ist nichts für uns”, also nicht um des Hypes willen mitzumachen.

3. Du gestaltest gemeinsam mit Kunden verschiedenste Social Media Projekte und Kampagnen. Wie bewertest du deine Aktivitäten und was siehst du, dass im Moment gut funktioniert?

Karim-Patrick Bannour: Die Bewertung erfolgt natürlich auf vorab definierte KPIs und viele Dinge funktionieren gut und erwartungsgemäß, und manchmal funktioniert etwas auch einfach nicht so wie wir es uns gewünscht und vorab als Ziel gesetzt haben. Manchmal passiert es, dass man eine Social Media Aktivität nicht bis ins letzte Detail planen, voraussagen oder rückwirkend analytisch erklären kann, warum etwas funktioniert oder nicht funktioniert hat, aber das ist vielleicht auch gut so, somit bleibt immer eine gewisse Unbekannte und man ist gefordert. Was im Moment gut funktioniert ist aus unserer Sicht einerseits die Ausspielung von zielgruppenspezifischen Content zu den dafür am besten geeigneten Tages- und Uhrzeiten und auf Basis entsprechend spitzen Targetings, sowie das Anzapfen der Communities und deren Produkt- und Marken-Know-How in Form von Crowdsourcing, um Produkte besser, die Marke sympathischer oder neue Produkte schnell erfolgreich zu machen. Somit generieren Unternehmen echten und messbaren, quantifizierbaren Mehrwert via Social Media. Ebenfalls mittlerweile erfolgreich ist der Social Commerce aus unserer Sicht, da kommen uns aber auch die Plattformen wie Facebook oder Pinterest sehr entgegen mit entsprechenden Technologien zur Verbindung mit dem Onlineshop oder dem Warenkorb, in Zukunft sogar der kompletten Kaufabwicklung über App, Messenger usw.

4. Soziale Netzwerke können nicht nur ein Servicekanal sein, sondern sind auch ein Verkaufskanal. Was sollten Social Media Manager deiner Meinung nach beachten um auch einen Return on Invest für das Unternehmen zu erwirtschaften?

Karim-Patrick Bannour: Der ROI von Social Media ist nicht zwangsweise immer nur monetär, also der via Social Media-Aktivitäten erzielte Umsatz/Gewinn, sondern genauso auch die Steigerung der Online-Reputation des Unternehmens, die Zahl der Bewerbungen für eine offene Stelle, das Ergebnis einer Crowdsourcing-Aktion für die Neu- oder Weiterentwicklung eines Produktes oder einer Marketingmaßnahme, die Senkung von Individualanfragen (one-to-one) an der Kundendienst-Hotline oder via E-Mail, usw.

Gerade der Mix aus Zielen und der darauf abzielenden Maßnahmen macht es für Social Media Manager und deren Publikum spannender und interessanter. Auch im Jahr 2017 fehlt es vielen Unternehmen noch an gesamtstrategischen Zielen und daraus abgeleiteten Maßnahmen und der entsprechenden Erfolgsmessung.

So heterogen die Fans oder Follower einer Marke oder eines Unternehmens in den meisten Fällen sind, was Interessen, Bedürfnisse, usw. anbelangt, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten, die Social Media für Unternehmen bieten, und die Notwendigkeit der Maßnahmen und Herangehensweisen. Erfreulicherweise kommen uns die Social Media Plattformen, allen voran der Facebook-Konzern, sehr entgegen, wenn es um die Messbarkeit von Produktverkauf und anderen Zielen geht.

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5. Welche Rolle spielt bei euren Strategien, Kampagnen und Kundenprojekten die Bewerbung des Social Media Contents?

Karim-Patrick Bannour: Eine immer größere Rolle. Einerseits weil die Notwendigkeit steigt, den so gut wie überall gesunkenen organischen Reichweiten mittels Paid Reach nachzuhelfen, andererseits weil auch das Bewußtsein unserer Kunden für die Notwendigkeit aber auch deren Bereitschaft, in Social Media Advertising zu investieren, gestiegen ist. Wenn man viel Ressourcen (Zeit, Energie, Kosten für Contentproduktion, usw.) in die redaktionelle Arbeit investiert, um richtig guten, sprich erfolgreichen Content zu veröffentlichen, der seine Ziele erreicht oder sogar darüber hinaus, dann wäre es doch schade, diesem Content nicht die Aufmerksamkeit und Reichweite zu gönnen, die er verdient hat. Außerdem kosten andere Marketingmaßnahmen oft ungleich mehr bzw. bringen weniger oder sind weniger gut messbar. An diesem Bewußtsein haben wir bei manchen Kunden aber auch lange gearbeitet.

6. Wenn du an erfolgreiche Social Media Content Kampagnen im deutschsprachigen Raum denkst, welche Praxisbeispiele zeigst du dann als Best Practice in deinen Workshops gerne her und warum?

Karim-Patrick Bannour: Beispielsweise das “echt” viral gewordene Video vom Sushi Star in Salzburg, ein Meisterstück wie man den richtigen Content zur richtigen Zeit an die richtigen Zielgruppen ausspielt, um echte Viralität zu erhalten. Natürlich hinterfragt man bei solchen viralen Effekten, wie viel davon wirkt sich wirklich nachhaltig auf den Geschäftserfolg des Unternehmens aus, immerhin kamen viele der Aufrufe und Kommentare von Nutzern, die wahrscheinlich nie die Gelegenheit haben werden, dieses Sushi-Restaurant tatsächlich zu besuchen, weil sie nie in diese Region kommen werden. Aber viele SalzburgerInnen haben dieses Video aufgrund seiner Viralität überhaupt erst zu Gesicht bekommen und von diesem Restaurant erfahren, und ich kenne ein paar die auch schon deswegen dort waren. Und das ohne einen einzigen Cent Werbeanzeigenbudget (lt. eigenen Aussagen). Wenn dann auch noch die Qualität und Preis-/Leistung des Restaurants stimmt, ist es ein nachhaltiger Erfolg.

7. Denke ich an die letzten letzten Monate hat sich im Bereich Social Media und Content Formate sehr viel verändert. Wenn du in deine Social Media Glaskugel blickst, wo siehst du die Content Formate der Zukunft und wie können sich Unternehmen und Social Media Verantwortliche darauf vorbereiten?

Karim-Patrick Bannour: Aus meiner Sicht wird sich im Bereich AR/VR (Augmented Reality und Virtual Reality) sehr viel entwickeln, einerseits wird die Herstellung solcher Inhalte durch die kostengünstigere und leichter verfügbare Technik immer einfacher, andererseits wird der Zugang für den Durchschnittsbürger immer einfacher und auch evidenter. Wenn ich mir ansehe was aktuell technisch schon möglich ist im Bereich 360-Grad-Livestreaming, mit einfachsten Mitteln, dann bin mich mir sicher, dass wir hier ganz neue Möglichkeiten und Erlebniswelten sowie Berührungspunkte von Menschen mit Marken, Produkten und Unternehmen erleben werden.

Ich glaube auch dass sich aktuell viele Unternehmen und Social Media Manager noch gar nicht vorstellen können, wie sie die neuen Technologien und Contentformate einsetzen können, weil noch der konkrete Zugang und somit die Nutzenerkennung oft fehlt. Das wiederum ist unsere Aufgabe, Technologien und deren Nutzen für unsere Kunden zu erkennen, zu vermitteln und erfolgreich umsetzbar zu machen.

Über Karim-Patrick Bannour

Karim kommt aus Salzburg und beschäftigt sich seit Mitte der 1980er Jahre privat mit Computern (C64, Amiga, dann DOS und Windows), seit 1993 ist er online. Nach etlichen Jahren in der IT- und dann in der Onlinemarketing-Branche hat er sich selbstständig gemacht und 2009 seine eigene Social-Media-Agentur gegründet. Parallel dazu hat er gemeinsam mit zwei Kolleginnen das mittlerweile in der 4. Au age erschienene Social-Media-Marketing-Buch „Follow me!“ (www.social-media-marketing- buch.com) geschrieben. Viermalvier.at ist eine auf Social-Media- Marketing spezialisierte Agentur. Als idealer Partner für die Konzeption von Social-Media- Projekten und -Kampagnen trägt die Agentur mit ihrem Know-how zum Erfolg ihrer Kunden in sozialen Netzwerken bei. Viermalvier konzipiert, entwickelt und realisiert für ihre Kunden Social- Media-Präsenzen unter anderem auf Facebook, Google+, Twitter, YouTube, Blogs und vielen anderen Plattformen.

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Über den Autor

Florian Hieß

Florian Hieß is Head of Digital Marketing at Swat.io, a Social Media Management solution that’s helping companies to improve their customer support & content management on Facebook, Twitter, Instagram and others. Swat.io is currently used by companies such as 3Österreich, Hitradio Ö3, ÖBB, Focus Online and Burda Intermedia.

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