Florian Festl, Wize.life: “Identifikation der User mit der Art der Content-Aufbereitung”

In unserem neuesten eBook über Social Media Inhalte “Die Kunst der Social Media Content Kreation” haben wir Florian Festl, Chief Content Officer bei wize.life, interviewt. Lies weiter und erfahre im vollständige Interview wie Florian Social Media Inhalte für seine Zielgruppe plant und umsetzt, wie unterschiedliche Generationen mit sozialen Netzwerken umgehen und welche Methoden News Publisher einsetzen um interaktionsstarke Inhalte zu veröffentlichen.

Hallo Florian, manche von unseren eBook Lesern kennen dich vielleicht noch nicht. Kannst du dich kurz vorstellen und etwas über dich, deine berufliche Erfahrung im Bereich Social Media und deine Position als Chief Content Officer bei wize.life erzählen?

Ich würde eher sagen: Manche kennen mich vielleicht schon, während den meisten hier meine schillernde Existenz bisher verborgen blieb 😉 Als Journalist stand ich zwölf Jahre in Diensten von FOCUS Online, leitete das CvD-Team, war ab 2012 Stellvertretender Chefredakteur. Die Distribution von Social Content haben wir schon sehr früh am Haupt-Desk angesiedelt und als enorm wichtig eingestuft. Seit Anfang 2016 verantworte ich bei wize.life Social Media, Content, SEO und Marketing. Das Spannende: Wir sind ein social network und verlängern uns über ebensolche.

1. In sozialen Netzwerke sind nicht mehr ausschließlich junge Personen zu finden. Bei wize.life bist du im Management einer Plattform für Best Ager und Silver Surfer. Wie sammelt und brainstormt ihr Content Ideen für diese Zielgruppe?

Zuerst musste ich eines lernen: Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Leser einer Elderly-Plattform vorrangig Senioren-Content wollen. Nur Journalisten kommen in Konferenzen zu der exotischen Annahme, dass Menschen ab 50 minütlich neue Infos zu den Themen Rente und Bluthochdruck wünschen, um ein paar Jahre später gierig News über barrierefreies Wohnen zu inhalieren. Die Lebenswirklichkeit ist mit fortschreitender Erfahrung sogar diversifizierter als in den rush-hour-Jahren davor. Es funktioniert ein mindestens so breites Set an Themen wie bei jüngeren Usern. Wie überall entscheidet die richtige Dosierung von Info, Kreativität und Gefühl beim Setzen von Schwerpunkten. Die meisten Themen machen die User selbst. Gut 20.000 veröffentlichte Notizen der wize.life-Mitglieder erzeugen im Monat 320.000 Kommentare.

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2. Mit wize.life seit ihr auf Facebook, Twitter und Google+ vertreten. Welche Rolle spielen diese Plattformen für euer Netzwerk und wie nutzt ihr diese?

Google+ bedienen wir en passant und mit überschaubarem Aufwand – aus der überlieferten Hoffnung heraus, dass es gut für den PageRank sei. Twitter verwenden wir akzentuiert bei eiligen Themen oder für B2B-Infos. Facebook spielt eine größere Rolle: Wir distribuieren dort Inhalte aus unserer Community, um die Markenbekanntheit zu steigern und setzen Kampagnen auf, um künftige User anzusprechen. Auch in der Vermarktung bedienen wir uns Facebook: So bieten wir unseren Kunden Content-Marketing-Lösungen an, die neben der Aussendung im eigenen social network ein Social Publishing auf Facebook einschließen.

3. Unterschiedliche Generationen haben auch einen anderen Umgang mit Medien. Welche Unterschiede merkst du und wie macht sich das in der Social Media Strategie bemerkbar?

Die Nutzer auf wize.life haben weniger Scheu, selbst zu publizieren. Während etwa Facebook Mühe hat, persönlich und nicht zu publisher-dominiert zu erscheinen, überwiegen auf unserer Plattform die privaten Beiträge. Für ältere Nutzer gilt: Trauen sie einer Umgebung im Internet und ihren datenschutzrechtlichen Standards, sind sie bereit, für das social surfing sehr viel Zeit und Energie aufzuwenden. Unser Publikum ist ein Traum für jede User-Generated-Content-Strategie. Es gibt nicht nur die 16-jährigen Smartphone-Junkies, auch der 75-jährige Power-User mit zehn Stunden Plattform-Präsenz am Tag ist längst Realität.

4. Kannst du uns etwas aus der Perspektive eines sozialen Netzwerks erzählen, welche Formate und Inhalte funktionieren auf eurer Plattform gut, welche weniger?

Es funktioniert vieles von dem, was auch auf anderen Seiten nachgefragt ist. Politik, Kultur, Gesellschaftliches und Unterhaltung sind die Ingredienzien des Diskurses. Bildstarke Retro-Themen sind ebenso beliebt. Allein Sport performt auf wize.life eher bescheiden. Lieber sind unseren Usern Geschichten mit viel Lebensnähe. Geschichten, die das Leben schreibt, sagten Journalisten einst dazu, während sie ihren Bart kraulten.

5. Einen Teil deiner beruflichen Erfahrung hast du bei Focus Online gesammelt. Welche Rolle spielen soziale Netzwerke für Nachrichtenportale und wie wählt man bei der Vielzahl an Inhalten den richtigen Content für Social Media aus?

Der richtige Content ist Content, den die User für so relevant halten, dass sie ihn teilen. Dafür müssen wir das zentrale Nervensystem des Rezipienten ansprechen, ihm etwas Neues zeigen, ihn erschüttern, ihn begeistern. Trägt ein Stück diese Merkmale, verteilt es sich auf verschiedenen Kanälen eines social networks – unabhängig davon, ob das Auditorium sonst eher Gustav Mahler oder Justin Bieber mag. Nachdem sich die Branche ein Zeitlang der Diversifizierung der Channels und der Frage widmete, ob wir nicht auch noch den Vfl-Bochum-Kanal brauchen, halte ich es für wichtig, dauerhaft maximalen Elan in das Auffinden und Gestalten der großen Erzählungen zu investieren. Das wird belohnt werden.

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6. Welchen Herausforderungen muss man sich als News Publisher stellen, wenn man mit seinen Inhalten in Social Media erfolgreich sein möchte?

Die News Publisher tracken inzwischen die Resonanz ihrer Social-Media-Aktivitäten im Live-Modus. Genauso lesen sie die Interaktionen zu Inhalten der Konkurrenz aus. Daraus entsteht eine neue Form des News-Tickers, ein Social-Story-Ticker. So wie die Marktführer Nachrichtenagenturen nur als Grundversorgung begreifen, wird es künftig zunehmend wichtig sein, über dem Basis-Flirren der Social-Media-Trends einen eigenen Ton zu treffen. Und ganz eigene Hits zu landen. Vereinfacht gesagt:  Identifikation seitens der User mit der Art der Aufbereitung und der zugehörigen Marke wird dann wieder mehr Gewicht haben, wenn alle zur gleichen Zeit die gleichen News aus dem gleichen Social-Story-Ticker haben werden.

7. Welche Tipps kannst du Social Media Managern geben um interaktionsstarke Inhalte in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen?

Messen. Messen. Messen. Und dann alle Daten vergessen und das Herz sprechen lassen. Ein guter Social Media Manager ist mehrmals am Tag den Tränen nahe oder heult auch mal, sammelt sich und arbeitet professionell weiter. Er ärgert und freut sich über die Maßen, weil er fühlt, was er tut. Nur so kann er andere berühren.

Über Florian Festl

Florian ist Chief Content Officer bei wize.life. Als Journalist stand er zwölf Jahre in Diensten von FOCUS Online, leitete das CvD-Team und war ab 2012 stellvertretender Chefredakteur. Die Distribution von Social-Media-Content hatte er schon sehr früh am Haupt-Desk angesiedelt und als enorm wichtig eingestuft. Seit Anfang 2016 verantwortet er bei wize.life Social Media, Content, SEO und Marketing.

Über Wize.life

wize.life ist mit rund 3 Millionen Unique Usern und 6 Millionen Visits das größte deutschsprachige Netzwerk für Best Ager. Hier begegnen sich Leute, die das Leben kennen. Sie verbindet Lebenserfahrung, Souveränität und alltagsnahe Weisheit. wize.life ist eine Heimat im Internet, wo User gemeinsame Interessen entdecken und neue Kontakte knüpfen.

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Über den Autor

Florian Hieß

Florian Hieß is Head of Digital Marketing at Swat.io, a Social Media Management solution that’s helping companies to improve their customer support & content management on Facebook, Twitter, Instagram and others. Swat.io is currently used by companies such as 3Österreich, Hitradio Ö3, ÖBB, Focus Online and Burda Intermedia.

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